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Leben mit Sialorrhoe

Der Alltag mit Sialorrhoe

Egal aus welchem Grund eine Sialorrhoe entsteht, sie bringt für den Patienten immer eine gewisse Einschränkung in Alltag und Lebensfreiheit mit sich. Viele Betroffene sind durch die Erkrankung auch im Umgang mit Anderen gehemmt und ziehen sich aus dem Sozialleben zurück, da sie schlechte Erfahrungen mit Stigmatisierung machen oder deutlichen Ekel der Mitmenschen vor der Erkrankung erleben.
Hinzu kommt, dass auch gesundheitliche Einschränkungen und Risiken im Alltag häufig Hand in Hand mit einer Sialorrhoe einhergehen. Durch den ständigen Fluss von Speichel über Lippen und die umliegende Haut kann es unter anderem zu krankhaften Veränderungen wie Rötungen oder Aufweichungen des Gewebes (Mazerationen) kommen. Auch die Nacht birgt Risiken, wenn der Speichelfluss nicht selbstständig kontrolliert werden kann. So kommt es häufig zum Einnässen des Kissens sowie zum Verschlucken.

Den Alltag meistern

Die Sialorrhoe bringt nicht nur körperliche, sondern auch seelische Einschränkungen mit sich. Eine Therapie kann dabei helfen diese zu reduzieren. Doch auch außerhalb einer Therapie gibt es viele Tipps und Tricks, die im Alltag helfen. Testen Sie die folgenden Tipps und finden Sie heraus, wie Sie die Symptome der Sialorrhoe besser handhaben können.

Richtlinien:

  • Halten Sie sich bestimmte Regeln vor Augen, z.B. erst schlucken, dann tupfen. Versuchen Sie überschüssigen Speichel vor dem Wischen zunächst durch gezieltes Schlucken loszuwerden.
  • Führen Sie Schluckregeln ein. Beim Lesen nach jeder Seite schlucken. Beim Sprechen nach jedem Satz. Denken Sie gezielt daran.
  • Nutzen Sie Schluckwecker, also Wecker, die sie über einen bestimmten Zeitraum am Tag alle zwei Minuten an das Schlucken erinnern. Regelmäßig durchgeführt kann so der Speichelfluss gemindert werden.

Nahrungsaufnahme:

  • Gezielt Essen: salziges Essen fördert dünnflüssigen Speichel. Säuren regen die Speichelproduktion an. Durch das gezielte Vermeiden bestimmter Lebensmittel kann so der Speichelfluss reduziert werden.
  • Bonbons lutschen: Kaugummis oder Bonbons regen den Schlucktakt an, wodurch der Ausfluss von Speichel reduziert werden kann.
  • Trinken: Durch einen Schluck Wasser kann das Schlucken angeregt werden. Haben Sie zu Hause immer ein Glas Wasser griffbereit.

Hilfe:

  • Reden Sie über Ihre Erkrankung. Wissen Ihre Mitmenschen Bescheid, fällt es ihnen leichter zu helfen.
  • Nehmen Sie Teil am sozialen Leben, auch wenn es schwierig erscheint. Vereinbaren Sie diskrete Hinweise, mit denen Andere Sie auf den Speichelfluss aufmerksam machen können.
  • Sprechen Sie mit Ärzten. Zögern Sie nicht sich ausreichend Hilfe zu suchen.

Der Alltag mit Sialorrhoe kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Viele Patienten stören besonders alltägliche Gespräche, die aufgrund der Sialorrhoe oft vermieden werden. Doch auch der Haushalt oder ein Einkauf werden von der Erkrankung beeinflusst. Die regelmäßige Anwendung der Tipps kann alleine oder in Verbindung mit einer medikamentösen Therapie die Beschwerden lindern und den negativen Einfluss auf den Alltag reduzieren.

Viele Ärzte sehen die Einschränkungen, die Sialorrhoe für die Patienten mit sich bringt. Am meisten negative Auswirkungen sehen sie bei der Teilnahme an sozialen Aktivitäten, dicht gefolgt von Einschränkungen im Familienleben oder der Partnerschaft. Doch auch der Beruf und alltägliche Aktivitäten im Haushalt werden laut Ärzten beeinträchtigt.

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