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Sialorrhoe – Was ist das?- Symptome

Sialorrhoe: Symptome

Die Sialorrhoe tritt in der Regel als Begleitsymptom einer Grunderkrankung, wie z.B. Morbus Parkinson auf. Das Diagnostizieren der Grunderkrankung ist ein wichtiger Schritt, da das Fortschreiten der Grunderkrankung auch die Sialorrhoe verschlechtern kann. Im Umkehrschluss verbessert die optimale Einstellung auch die Symptomatik der Sialorrhoe.

Folgen der Sialorrhoe sind:

  • Scham
  • Minderwertigkeitskomplexe
  • Depression
  • Ablehnung durch Andere
  • Abhängigkeit von Angehörigen
  • Sozialer Rückzug
  • Stigmatisierung
  • Verschlucken, Entzündung der Lunge
  • Wunden und Entzündungen um den Mund
  • Einnässen von Wäsche, Kissen
  • Hautveränderungen
  • Mundgeruch
  • Dehydration, die langfristig zu Müdigkeit, Schwäche und Schwindel führen kann

Obwohl eine Sialorrhoe unbehandelt viele Begleiterscheinungen mit sich bringt, ist ein Großteil der Patienten damit nicht in ärztlicher Behandlung. Erst die ärztliche Behandlung, in vielen Fällen beim Neurologen, verbessert die Symptome der Sialorrhoe und Folgeerscheinungen.

Klinische und emotionale Folgen einer Sialorrhoe

Klinisch führt das ständige Benässen im Mund-Kinn-Bereich zu Entzündungen der Haut, Rhagaden der Mundwinkel sowie Schmerzen. Beim Einlaufen des Speichels in die Atemwege kann es zu Atemwegsinfekten bfis hin zur Lungenentzündung mit möglichem Krankenhausaufenthalt kommen.

Darüber hinaus leiden die Betroffenen unter einer Stigmatisierung und ziehen sich deshalb aus dem öffentlichen Leben zurück. Essen, Sprechen in der Öffentlichkeit, Umarmungen in Familie und Partnerschaft leiden unter dem unkontrollierten Speichelfluss. In schlimmen Fällen kann dies zusätzlich zu Depressionen führen. Um diese Kettenreaktion möglichst früh zu unterbrechen, ist das schnelle Erkennen der Symptome einer Sialorrhoe sowie eine gezielte Behandlung entscheidend.

Wie erkenne ich die Symptome einer Sialorrhoe?

Das wichtigste Merkmal der Sialorrhoe ist das unkontrollierte Ausfließen von Speichel aus dem Mund. Nimmt dies bedenkliche Ausmaße an, beginnt die Diagnose der Erkrankung in den meisten Fällen durch die ausgiebige Anamnese des behandelnden Arztes. Sind bestehende Grunderkrankungen bekannt, lassen diese möglicherweise schnell einen Rückschluss auf die Ursache der Sialorrhoe zu. Falls sich eine Sialorrhoe ohne bekannte Erkrankung einstellt, muss in der Anamnese auch nach möglichen noch nicht diagnostizierten Grunderkrankungen gesucht werden.

Die Untersuchung der Schluckfähigkeit steht besonders im Fokus. Bei Verdacht auf ungewolltes Verschlucken von Speichel oder Nahrung in die Atemwege muss der Schluckvorgang im Detail untersucht werden. Diese Untersuchung wird als fiberoptische endoskopische Schluckevaluation (FEES) bezeichnet und wird meist von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten oder Logopäden durchgeführt. Um auszuschließen, dass eine Verengung der Speiseröhre vorliegt, kann eine Gastroskopie (endoskopische Untersuchung der Speiseröhre und des Magens) oder eine Röntgen-Videofluoroskopie (nach Schlucken eines Kontrastmittels werden während des Schluckens Röntgenbilder aufgenommen) eingesetzt werden. Auch eine Einschätzung über die ausfließende Speichelmenge sollte gegeben werden.

 

Bei Schluckstörungen kann eine Aspiration, also das Einlaufen von Speichel in die Atemwege problematisch werden. Es droht eine Aspirationspneumonie, eine Form der Lungenentzündung. Die Behandlung und der Umgang mit Sialorrhoe sind also klinisch unbedingt ernst zu nehmen.

Wie bestimmt man die Ausprägung der Sialorrhoe?

Hierzu dienen einfache Schätzskalen, die durch eine Einordnung in verschiedene Kategorien ein Bild über Schwere sowie Häufigkeit des Speichelflusses geben. Eine solche Einteilung wird im Verlauf der Therapie regelmäßig beobachtet, um eventuelle Verbesserungen oder Verschlechterungen des Patientenzustandes schnellstmöglich zu erkennen.

Schweregrad:

  1. Trocken (kein Speichelfluss)
  2. Leicht (nur die Lippen sind nass)
  3. Mäßiggradig (Lippen und Kinn nass)
  4. Schwer (Wäsche befeuchtet)
  5. Profus (Wäsche, Hände und Tisch feucht bzw. nass)

Zusätzlich kann der Schweregrad klassifiziert werden durch:

  • die Anzahl der erforderlichen Taschentücher pro Zeiteinheit
  • die Anzahl der erforderlichen Kleiderwechsel pro Tag
  • den Schweregrad der perioralen Hautveränderungen und Infektionen

Häufigkeit:

  1. Niemals Speichelfluss
  2. Gelegentlich Speichelfluss (einmal täglich)
  3. Häufiger Speichelfluss (mehrmals täglich)
  4. Konstanter Speichelfluss, beispielsweise durch eine Entzündung
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